Zweiundzwanzigster Dezember

Sie wollten ihm ein Parfum verpackt in goldenes Geschenkpapier unterschieben. Und ihn mit einem peruanischen Alpakaschal anfixen. Aber es würde ihnen nicht gelingen. Äußerlich ruhigen Schrittes ging er zickzack durch zwei aneinandergrenzende Weihnachtsmärkte. Schlug einen Haken hinter dem Stand mit den Handpuppen und lief dann schnurstracks am Silberschmuck vorbei in den Hintereingang des weihnachtlich geschmückten Schudiscounters. Durch den Vordereingang wieder hinaus entging er knapp einer Kollision mit der als erzgebirgischen Riesenkerzenständer gestalteten Glühweinbude. Sie waren überall. Es wurde eng für ihn. Schneller. Ein weitere Weihnachtsmarkt. Das war ihr Pflaster. Er wich einem Holzspielzeugstand aus, unterlief den Annährungsversuch eines 'Weihnachtsmannes', sie kamen näher. Doch da! Der rettende Bus, er quetschte sich durch die sich schließende Tür und wurde in der anonymen Masse sofort unsichtbar. Sicherheit, er war ihnen haarscharf entkommen.

Im sicheren zuhause machte er es sich gemütlich, die Gefahren des Tages von sich abstreifend. Als er den Computer anschaltete kriegten sie ihn aber doch noch: infiziert mit dem unheilbaren Weihnachtsvirus durch einen per eMail verschickten animierten Weihnachtsbaum.

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