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der innere monolog - seite 5

 
In diesem Auto durch die Welt fahren, auf
meinem Unterarm entlang, zu meiner Schulter,
über den Nacken und den anderen Arm herab.
Über Abgründe springen, vom Schreibtisch
zum Bett, über die Dünenlandschaft der
Bettdecke. Gegen eine Büchermauer fahre
ich, das Auto überschlägt sich, wirbelt
durch die Luft und landet auf seinen Rädern
um weiterzufahren. Es kann auch fliegen.

Ich fliege durch diese Welt, allein ohne
Einsamkeit. Voller Abentheuer, stundenlang.
Die Autotüren sind geöffnet, als Flügel.
Ich schwebe, setze hier und da auf, lande
nicht, schwebe weiter, Landschaften tun
sich auf, Gebirgszüge mit weißen Schneekappen,
die Wüste des Wohnzimmerteppichs, überflogen
in Null Höhe, Oasen aus Teppichflusen streifend.
Über den Djungel auf der Fensterbank. Ich
lande, an der Scheibe, wie eine Fliege.
So glatt, die Räder rollen gut. Vor und
zurück, vor und zurück, vor und zurück
und wieder starten.

Der Rest des Sommers da draußen. Es war
warm aber nicht sommerlich. Es war zu trocken
sagt man, aber es denkt sich sehr feucht
beim Rückblicken. Gedanken trügen - aber
vielleicht auch nicht und das, was man
Realität nennt, liegt hier falsch.
 
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